Vor der Eröffnung hatte ich kaum Erfahrung im Einzelhandel. Als Jugendlicher habe ich bei Inventuren im Baumarkt geholfen und in den Schulferien in einer Boutique gearbeitet. Ware auszeichnen, Kartons zerlegen, Kleidung ordentlich zusammenlegen: Das gehörte damals dazu. Bestellungen, Buchhaltung und Personalführung sind dagegen Neuland. Im ersten Jahr will ich deshalb möglichst viel selbst machen und lernen, wie ein Laden im Alltag wirklich funktioniert.
Dass ich allein bin, heißt allerdings nicht, dass ich nur Donnerstag, Freitag und Samstag arbeite. An den anderen Tagen bestelle ich Ware, erledige Besorgungsfahrten, räume um, gestalte den Laden, bepreise angekaufte Karten und kümmere mich um Website und Social Media. Die Ladenöffnungszeiten sind nur der sichtbare Teil der Arbeit.
Letzte Woche hat mich dann eine Erkältung erwischt. Am Wochenende war ich schon ungewöhnlich müde, am Sonntag völlig platt. Montag habe ich geschlafen, und auch Dienstag und Mittwoch ging nicht viel. Zum Glück ging es mir bis zum Ende der Woche wieder besser, sodass ich den Laden öffnen konnte. Für Social Media war mein Kopf aber zu matschig. Einige Beiträge kamen deshalb mit einer Woche Verspätung. Das ist nicht ideal, aber besser, als sich krank durch alles durchzuquälen.
Was wäre, wenn ich während der Öffnungszeiten richtig krank werde? Dann müsste ich die Spielhöhle schließen. Wenn ich mich nur etwas angeschlagen fühle, kann ich vielleicht trotzdem aufschließen und kassieren. Aufgaben, bei denen ich konzentriert nachdenken muss, sind dann schon schwieriger. Aber eine verlässliche Vertretung gibt es derzeit nicht.
Aushilfen sind frühestens für 2027 geplant. Es haben sich schon viele Menschen nach einem Job erkundigt, und ich kann mir vorstellen, dass ein Minijob mit wenigen Stunden irgendwann helfen könnte. Ob und wie das finanziell funktioniert, muss ich erst herausfinden. Auch Versicherung, Lohnbuchhaltung und die ganze Organisation dahinter wollen gelernt sein.
Es gibt also noch viel zu tun und zu lernen. Kranksein ist als alleiniger Ladeninhaber besonders ungünstig, weil es den Betrieb direkt trifft. Ich hoffe, wir kommen gut durch die Erkältungszeit und genießen noch ein bisschen von diesem schönen goldenen Herbst. Und wenn dich solche Einblicke in den Ladenalltag interessieren, komm gern in die WhatsApp-Community und sag mir Bescheid.